So, jetzt noch mal schnell etwas ausführlicher:
Am Samstagmorgen haben wir uns gegen 4:30 Uhr aufgamacht richtig Norden, mit Ziel so weit zu kommen wie möglich….das lief auch so lange nach Plan, bis uns in San Luis Potosí nen netter Mexi darauf aufmerksam machte, dass wir doch etwas wenig Luft in unserem Reifen hätten. Angehalten, 4 mehr oder weniger blonde Mädels aus dem Auto gekrochen……3 Sekunden (ich übertreibe eher) gewartet und genügend helfende Männerhände vorhanden. Ja, so ist das hier! Reifen gewechselt (Autos haben hier kein „Notrad“, sondern richtige, neue Reifen als Ersatz….ja, die Straßenverhätnisse…), zur nächsten Werkstatt, Reifen checken lassen, nichts gefunden, Luft drauf und weiter.
Bis Durango, dort haben wir dann übernachtet. war ne schreckliche Nacht: schweinekalt und plötzliche klopfte es an unsere Tür (die Tür ging auf einen Hof raus), höllisch laut! aber die Dame hatte sich wohl nur im Zimmer geirrt…
Am nächsten Morgen, wieder früh um 5 ging es weiter bis nach Los Mochis. Über eine wunderschöne, sehr kurvenreiche Straße durch die Sierra Madre (Lena hat sie gehasst). 6 Stunden für 300km, öfters mal den Mageninhalt entleeren und wir waren in Mazatlán. Von dort aus verlief die Straße parallel zur Küste durch Tomatenplantanen und Maisfelder.
Stopp dann in Topolobampo, ein kleines 800 Einwohnernest am Meer mit nur einem Hotel, aber total niedlich und natürlich mit Strand!! und Fischrestaurants!!! Camarones, mmmhhh!!! Highlight am Morgen: das Frühstück! auf ausländische Touristen ist man nicht eingestellt, gefrühstückt wird dort Sopa de Cabeza: Hirnsuppe……von welchem Tier haben wir gar nicht erst weiter nachgefragt! Irgendwann hatten wir dann eine nette Mutti gefunden, die uns eine Portion Eier, die wir zuvor im Oxxo gekauft hatten, in ihrem Stand am Hafen gebraten hat!! Echt klasse und lecker, so etwas gäbe es in D nie (die Eier schon, aber nicht die Mutti!)!!!
Bevor es weiter in die Berge gehen sollte, hieß es erst mal relaxen am Strand! Den ganzen Tag nix tun, mal ne Mango am Stiel oder Coco zwischendurch….
Am nächsten Morgen um sieben ging dann unser Zug nach Creel, angeblich einer der schönsten Bahnstrecken der Welt. Mag sein, es gibt wohl nicht viele, die sich in Serpentinen den Berg hoch schlängeln und in Tunneln 180 Grad Kurven machen….und die Aussicht war auch enorm, aber irgendwie hat doch alles etwas lange gedauert und sich die Landschaft nicht so stark verändert, wie ich erwartet habe….erst Maisfelder, dann Steppe mit Kakteenen, dann fingen die Berge an und es kam ewig Wald! mal nen See. als wir dann von Meereshöhe bis auf 2800m hoch gestuckert waren, gab es einen Stopp mit Blick in die Canyons. Die waren schon beeindruckend, 3 mal so groß wie der Gran Canyon in den USA….aber eben nicht in der Wüste….
In Creel sind wir dann 2 Tage geblieben. Ein kleiner, netter Ort, touristisch überlaufen, also das Gegenteil zu Topolobampo. Dort in der Nähe leben noch viele Tahamuraindianer in traditionellen Höhlenwohnungen oder auch in einfachen Häusern. Sie kommen nach Creel um dort ihre Produkte an Touristen zu verkaufen….auch diese Indianer sind nicht mehr das, was sie einmal waren, auch sie sind abhängig vom Zug und den Touristen die einmal am Tag angekarrt werden. Von ürsprünglichen Leben kann man also kaum reden….
Aber die Gegend war so schön, dass wir eine Tagestour mit dem Moutainbike unternommen haben. Landschaftlich toll, nur haben wir uns am Ende verfahren…..Canyons, sag ich da nur, und sie sind steil….dafür waren wir abseits der Touristenpfade, lagen unter Bäumen und hörten nichts, bis auf einmal eine Ziegenherde an uns vorbeigeführt wurde – von drei Indianermädchen. beeindruckend, diese Unterschiede. Wir mit unseren Hightech-MB….
AM nächsten tag haben wir mal wieder die Mexikanische mañana Mentalität erlebt. Wir standen am Bahnhof, wollten zurück…der Zug kam…und fuhr durch. war voll und hält dann nicht…wie gesagt, ein Zug pro Tag….und schon kamen die Kinder an und wollten uns zu einem Hotel führen. Da unsere Zeit aber auch nicht ganz endlos bemessen war, haben wir den Bus nach Chihuahua (wie der Hund!) genommen, der Endstation des Zuges um am nächsten Tag auch garantiert mitzukommen. Eine Straße durch die Berge gibt es nicht! Es ging vorbei an Cowboyranchen und Mennoiten Dörfer. Mennoiten sind Deutsche und Höllandische Auswanderer, die über Kanada nach Mexico gekommen sind und sich dort in eigenen Kolonien niedergelassen haben. am meisten produzieren sie wohl Kinder, wir hatte da ne Reisegruppe auf der Hinfahrt im Zug;-) Auf jeden Fall fallen sie optisch auf: einfache Kleider, eine weiße Haube im Haar und riesen Schuhe…dazu blond und blaue Augen, also so gar nicht mexikanisch! und wahrscheinlich noch ne menge Erbkrankheiten, da ja offensichtlich Inzucht betrieben wird….
So viel dazu – die Rückfahrt war dann noch recht spaßig, mit nem unfreiwilligen Zwischenstopp im Puff und ner Nacht+Tag in Tepic/San Blas. Nette Stadt mit vielen Cowboyhüten und Stiefeln.
und irgendwann nach unzähligen Tankfüllungen kamen wir dann wieder in Puebla an!